wundern tut man sich bei der Astronomie ja reichlich, aber irgendwie war das schon gespenstig am Freitag auf der Alm...Berg...Maulwurfshügel. Da deutete sich nach Wochen mal eine Phase an, die durchaus Sternenlicht zu den Teleskopen durchlassen könnte, uns schon ist der Platz wie leergefegt. Ok, so leer war er nicht, aber von den Niederrheinern hätte man den einen oder anderen erwatet. Egal, kam halt ein Neuling vom Niederrhein, ein Düsseldorfer und ein Neuseeländer.
So bevor jetzt irgendwer annimmt eine Horde Pinguine wäre über den Platz gelaufen, oder ich hätte die Weinprobe im Keller schlecht überstanden, alles flasch...Flasch...falsch.
Die Warheit war: Matthias und ich, ein Kollege einsam auf der unteren Ebene mit Tochter und ein Niederrheiner unbekannter Herkunft bevölkerten den Berg. Dazu kamen zwei junge Spechtler, die ein Nordlicht sehen wollten. Ok, der Düsseldorfer wollte seinem Kollegen aus Neuseeland mal ein Polarlicht zeigen, er hatte jedenfalls den Medien entnommen das am Freitag Polarlichter bis zu uns vorstoßen würden.
Ok, Sinn war es ja nicht nach Sonsbeck zu fahren und wundersame Pinguine zu unterhalten, sondern Fotos zu machen. Das mir das auch einigermaßen gelungen ist liegt wohl an dem, sagen wir einmal suboptimalen, Wetter. Leichter bis deutlicher Dunst in der Höhe, ein wenig Mond und nachher auch Tau gehören zu der Konstellation, wo sich mein Teleskop wohl fühlt. Bei Top-Wetter macht die Gurke ja nur Unsinn.
Ok, kommen wir zu dem Ziel der Photonenjagd. Es sollte NGC6914 werden. Warum? Na weil mir nichts besseres eingefallen ist, NGC7000 langweilig, der Schmetterling zu hunderten meine Festpülatte bevölkert und ich absolut keinen Bock auf eine Rüssel hatte.
Also, ich schaffte es immerhin 5*15min durch den H-alpha-Filter zu belichten bevor die Kamera am Stativ angestoßen ist. Zenit ist eine Herausforderung! Und zu meinem Ersatunen hatte der ED120 mit 0.6er-Reducer sogar etwas auf dem Chip abgebildet.
Aus diesen 5 Aufnahmen versuchte ich das Beste herauszuarbeiten. Anders ausgedrückt, ich habe solange an den Bildern rumgefrickelt bis mir etwas gefiel. Wie? Keine Ahnung, es hat da soviel Knöppe im Photoshop....

Ud weil nun mal auf der einen Seite Schluss war, musste ich auf der anderen weitermachen. Vor dort konnte ich aber den NGC nicht erreichen, also nahm ich kurzerhand den Cirrus-Nebel auf Korn. Ok, die Diesigkeit nahm merklich zu und das Mondlicht tauchte den Himmel in ein Aschgrau, also zum bunt kotz...
Pardon, aber die fotografischen Einstellungen waren die Gleichen wie oben, nur die Reierei....

In beinen Fällen wurde das Bild als Farbbild aufgenommen und gestackt, aber nur der Rotkanal des gestackten Bildes wurde verwendet. Und natürlich besitze ich seit gut einem halben Jahr eine Flatfieldfolie. Nur benutze ich sie nie, denn wenn Abbauen angesagt ist, ist Abbauen angesagt. Und da denke ich nicht an die blöde Folie. Daran muss ich unbedingt noch arbeiten...
So, nu ist Sense.
CS
Ulrich