Was war denn mit deinem guiding los? Die Sterne sind ja mächtig lang
Abgesehen von den Umständen in dieser Nacht.
Leichter Wind und wie schon erwähnt Seeing.
Und das mit dem Newton muss erst mal gebändigt werden.
Immerhin schwieriger als mit den kleinen Refraktoren, bei den es
wesentlicher unkritischer inpunkto Nachführung ist.
Pack aus Spaß mal deinen Newton auf die Monti und du wirst sehen was ich meine.
Irgendwie war ich auch vom ED80 enttäuscht, da er trotz 45Minuten-Belichtung dennoch ein mageres Bild lieferte.
Kann aber auch an der vorherigen Nacht am Dunst vom Vortag gelegen haben...irgedwie wirken die Aufnahmen so flau und matschig.
Abgesehen von der Farbgebung des NGC281, sah er auch auf dem Dsiplay
schon recht farbig aus.
Zum Guiding:
Ich habe gestern Abend noch bemerkt, dass ich 3 Ebenen nicht deckungsgleich übereinander geschoben habe, was die länglichen Sterne
nun erklährt.
Werde es nochmal neu reinstellen.
Hier nochmal NGC7000 durch´n ED80.
6x600sek. ASA800 ohne IDAS und diesmal runde Sterne, was mit kurzem
Refraktor eh un-problematischer ist, als durch den Newton.
Ich kann mir nicht helfen...ich finde die Bilder duch den Newton irgendwie
besser.
Vielleicht freunde ich mich ja bei gutem Himmel mit dem ED noch an.
Ansonsten muss mehr Öffnung her.
Die Farbgebung ist ohne IDAS nicht so rot eher orange mit leichtem Grün.
mir ging es genauso wie Dir es jetzt geht. Als ich meinen ED80 gekauft hatte, war ich eigentlich auch erst enttäuscht. Es hat bei mir aber ziemlich lange gedauert, bis ich begriffen habe, was die wirklichen Ursachen meiner Unzufriedenheit waren. Man gewöhnt sich nicht so einfach daran länger belichten zu müssen um dunklere Bilder zu haben.
Aufgrund des größeren Feldes hast Du mehr Sterne, die das Bild sozusagen überzuckern und wirkt unruhig. Tja, so ist der Weltraum nun mal.
Aufgrund des größeren Feldes hast Du mehr kontrastschwache Objekte im Bild, Objekte die beim Newton verloren gehen würden, aufgrund der geringen Kontrastübertragung (wegen Obstruktion). Es ist ein Märchen, daß man nur lange genug belichten muss um die Obstruktion zu beseitigen. Geringe Kontrastübertragung heist nämlich, daß kontrastarme Details schlicht nicht abgebildet werden.
Z.B. beim Crescent-Nebel. Der Newton zeigt zwar den Nebel gut, aber das Drumherum geht flöten. Das wird im Refraktor deutlicher abgebildet. Selbst bei h-Alpha-Bildern sieht man den drastischen Unterschied. Bei Bedarf zeige ich Dir das mal.
Also, der ED80 bildet deutlich kontrastreicher ab, aber aufgrund seiner geringen Öffnung ist er ungleich empfindlicher gegen Störlicht, vor allem gelber Farbe (das bevorzugt wegen der langen Belichtungszeiten auf den Chip einhämmert). Daraus resultiert ein grundsätzlich anderes Verhalten in der Fotografie. Er benötigt längere Belichtungszeiten mit IDAS- oder Schmalbandfilter und eine ausgefeiltere EBV. Letztere hilft dann aber auch am Newton gewaltig weiter. Das Problem dabei ist, daß man am Newton-Bild gerne schlammt, denn es ist ja genug drauf....es wäre noch viel mehr drauf!
Wenn man auf eine kontrastarme Region wie den Hauptteil des NGC7000 hält, wirds natürlich flau. Trotzdem ist der Refraktor aufgrund der wesentlich höheren Kontrastübertragung in der Lage, auch in diesen Berreichen noch Details abzubilden. Schaut man sich dein Bild an, so sind deutliche Helligkeitsunterschiede im "Fleck" zu sehen. Diese herauszuarbeiten ist sehr sehr schwierig, weil das Objekt sehr sehr schwierig ist. Das sieht man aber deutlich an der kontrastreicheren "Golf-Region". Da hast Du im Prinzip schon sehr viele Details herausgearbeitet. Im übrigen finde ich diesen teil des Bildes besser als deine bisherigen Golf-Bilder...soweit ich mich erinnern kann. Ich denke das wird noch. Du weist ja, 2h knipsen heist 4h EBV...und das ist ein Naturgesetz...leider!
Ein weiterer Kardinalfehler, den ich übrigens auch begangen habe und daraus habe ich gelernt, war den IDAS wegzulassen. Nirgendwo in D kann man ohne ihn Knipsen, denn wenn der Hintergrund gelb überstrahlt, ist jedes Bild im Ars....
Gelb wird via Konverterprogramm aus grün, rot und blau errechnet. Kommt also zuviel Gelb auf den Chip, verschmiert es Informationen der Farbkanäle an sich. Und das heist: flaue Bilder und einen enormen Aufwand in EBV um daraus noch was chickes zu machen.
Egal, Du wirst ihn noch lieben lernen wenn Du erst begriffen hast was er kann. Und vor allem wie er es kann. Ich denke je mehr Du dich dran gewöhnst, desto besser werden die Bilder.
Wir quatschen da mal drüber, pack die RAWs (nicht umgemurkste TIFFS) auf nen Stick, dann schauen wir mal.
CS
Ulrich
Kein Stern ist so rund, daß ich ihn nicht eirig kriege und außerdem: schmutzig ist putzig!