Es ist Spätfrühling, der Schwan steigt langsam hoch und nun? Nun macht der Ulli Cepheus! Helle Dinger kann jeder, dachte man sich so beim Aufbau des Aluminiumkrempels. Und H-Alpha ist ja im Augenblick "in".
Cave, oft gelesen, meist mit Weinkellerei übersetzt, Durst gehabt und naja, wenn da oben ein Winzer-Chateau herumsaust, warum nicht mal das knipsen.
Destination: Cave-Nebula! Übrigens weis ich jetzt auch warum das Biest in Cartes Du Ciel nur dunkelgrau eingezeichnet war. Dunkel ist das Stichwort...wird neben "Lundts Bright Nebula" zu meinem persönlichen Alptraum.
Und da die Nächte kurz sind, zumal in der Woche, startete ich einige "Experimente". 20 mal 5min. ging voll in die Hose. Ameisen-Rugby ala Carte...zu gut deutsch: Ausser rauschen war da auch was drauf auf den Bildchen...wie gesagt: etwas!
Dann eben mal belichten bis der Arzt die Einweisung in die Nervenheilanstalt unterschreibt. 2*45min., dann war die Geduld am Ende.
Und was kam dabei heraus: etwas mehr! Wenn ich aber jetzt geglaubt hätte, da würden mich H-alpha-Regionen anstrahlen, dann wäre die Unterschrift des Arztes folgerichtig und notwendig. Nur eines hat mich getröstet: Der Hintergrund war immer noch schwarz...dummerweise das Objekt auch...jedenfalls fast.
Ok, back to the normalen Wahnsinn. Was haben wir gelernt: Nix. Auch gut. Aber eines steht fest: 20*5min scheint was für Masochisten der EBV und zwei Bilder zu einem guten Bild verwursten zu wollen grenzt an Übermut..
Ach so, hier mal das Ergebnis, der Cave-nebula im Cepheus.

H-Alpha-6nm, 2*45min, 800ASA mit der D40 durch dei 100/600ED-
Scherbe.
Eines kristallisiert sich aber schön langsam heraus: H-Alpha geht auch mit der DSLR recht ordentlich, ist aber weit von sehr gut entfernt. Zudem ist die EBV mehr als Aufwendig und man muss mindestens 6-8 Aufnahmen mit einer minimalen Belichtungszeit von 15min addieren...sonst guibt es "Rauschen mit Objekt".
Erkenntnis 2: Trotz Kanalselektion (also nur die roten Pixel wurden in einem Graustufenbild zusammengefasst), bleibt der Detailreichtum etwas auf der Strecke. Inwieweit sich h-Alpha-Aufnahmen mit der DSLR detlich von Rotkanalextraktionen auf Farb-RGBs unterscheiden muss ich noch herausfinden.
Erkenntnis 3: Durchschnittliche bis gute H-Alpha-BIlden im I-net des Cave-Nebula zeigen tatsächlich so eine Struktur, die aussieht als ob man mit einem Rauschunterdrückungsprogramm zuviel rumgespielt hat.
So, nun mach ich mich an meine anderen vermurksten Objekte. Muss mal was anderes EBVlen, man wird sonst betriebsblind.
CS
Ulrich