8" oder 10"

alles was nicht in die oberen Rubriken reinpasst...

Moderator: Werner

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ubit
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8" oder 10"

Beitrag von ubit »

Hi zusammen,

ich plane ja die Anschaffung eines 8er Dobsons. Von ICS habe ich da auch schon ein nettes Angebot für einen Galaxy 8" f/6 mit "Wunschzubehör". Einige Okulare zur Ergänzung müsste ich dann bei Reese noch zukaufen, weil ICS die nicht im Programm hat.

Heute aber das: In Astronomie.de wird ein 10er Galaxy in Köln für 350,- € angeboten. Das ist zufällig der selbe Preis wie der vom neuen 8"er... Wobei offenbar noch Spielraum beim Preis wäre... Angeblich ist es ein f/6 mit 1500 mm Brennweite und 133 cm Tubuslänge.

Ausstattung wäre auch leicht unterschiedlich:
Der 8er hätte einen Crayford (ohne Untersetzung), der 10er hat einen "weiß ich nicht" Auszug...

Der 8er hätte eine 40€ Option für den Tausch des enthaltenen 32er Plössls gegen ein ICS Wide 30 mm, welches sonst 89,- € kostet.

Welchen Sucher der 10er hat weiß ich auch noch nicht. Der 8er hat einen 8x50er.

Der 8er hat ein Justierokular (kein cheshire), beim 10er würde ein Justierlaser als Zugabe drinsitzen.

Der 10er ist 4-5 Jahre alt. Der aktuelle Verkäufer ist offenbar Zweitbesitzer der Optik und verkauft sie aus Platznot. Er hat noch einen anderen Newton und einen Refraktor. Klang plausibel.

Bei beiden käme ein Telrad sowieso hinzu. Ich könnte mir den Dob Samstag anschauen, müsste dazu aber ca. 75 km fahren. Das Wetter dürfte einen Test am Himmel leider nicht zulassen. Dafür hoffe ich den Preis auf ca. 300,- € drücken zu können.

Der 10er würde noch mit Mühe ins Auto passen. Der 8er mit Leichtigkeit.

Aber: Lohnt ein 10er visuell in Sonsbeck? Ich würde auch öfter mal zu Hause in Moers aus dem Garten beobachten wollen, wo ich normalerweise mit Glück einen Mag 5 Himmel habe... Eher weniger, wenn demnächst die Straße endlich gebaut wird und die Laternen kommen...

HILFE! Was soll ich tun? Ich bin auch sicherlich nicht der absolute Fachmann um den 10er wirklich schlüssig beurteilen zu können. Viel mehr als die Lagerung der Rockerbox und die Gängigkeit und Präzision des Auszuges würde ich wohl kaum testen können. Andererseits: Wenn das Ding eine Gurke ist, sollte ich bei eBay vermutlich etwa den Kaufpreis wieder erzielen können, oder?

Ach - ich kann mich nicht entscheiden... Das ist aber auch alles soooo kompliziert.

Ciao, Udo
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Syrtis Major
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Beitrag von Syrtis Major »

Hallo Udo,

als 8'' f/6 Dobsonaut steige ich dann mal in die Diskussion ein. Zunächst mal zu dem 10er aus Köln: 10'' f/6 hat Galaxy (=GSO) m.W. nie gebaut, auch nicht vor 4 bis 5 Jahren. Was micht verwirrt, ist die Angabe zur Tubuslänge: Der Galaxy 10'' f/5 hat eine Länge von 123 und der Galaxy 12'' f/5 (also mit 1500 mm Brennweite) ist 145 cm lang. Also 133 cm?? Falls der 10er eine Gurke sein sollte, wäre das bei Vorhandensein der Rechnung kein Problem, da ICS 10 Jahre Garantie gibt. Sollte die Optik also nicht beugungsbegrenzt arbeiten (=Strehl <0,80), dann ist die Rückgabe kein Problem. Allerdings würdest Du den Strehlwert nur über einen interferometrischen Test rauskriegen, und der kostet halt Geld. Alternativ hilft Durchschauen = am Stern testen, grobe Fehler fallen auch dabei auf.

Falls der 8er ins Auto passt, sollte auch der 10er passen. Der 8er ist mit 115 cm kaum kürzer, der Durchmesser beträgt 24 bzw. 31 cm, die Rockerbox wiegt 10,6 bzw. 11,2 kg. Interessant wirds beim Tubusgewicht: 9,2 vs. 15 kg. :shock:

Also, ich selbst bin mit dem 8er unterwegs und damit geht schon einiges: Spiralarme in M51, Einzelheiten in M82 und NGC 4631, Kugelsternhaufen wie M13 und M10 oder M12 zeigen Einzelsterne bis ins Zentrum (sind natürlich nicht komplett aufgelöst, wie man immer mal liest, das ginge auch gar nicht), Orion- und Cirrusnebel sind echte Knaller, planetarische Nebel bekommen ein individuelles Gesicht, last not least finde ich, dass die meisten offenen Sternhaufen erst ab 8'' richtig Spaß machen, da einfach genug Licht da ist.

Durch den einen oder anderen 10-Zöller konnte ich auch schon durchschauen, sehr viel mehr sieht man damit auch nicht, allerdings sind Detailbeobachtungen einfacher, weil noch etwas mehr Licht gesammelt wird. 12 Zoll hingegen sind ein echter Sprung nach vorne.

Aber egal ob 8 oder 10'', es geht nichts über gute Bedingungen. Das Beobachten bei mir im Garten habe ich deswegen weitgehend eingestellt. Der Unterschied zwischen einem 4m8 Himmel und 5m5 in Sonsbeck (manchmal auch 5m8) ist einfach zu gewaltig. Mobilität ist also Pflicht.

Noch ein paar Worte zur Ausstattung und Okularwahl. Lass Dir doch ein paar Photos vom 10er zumailen, z.B. vom Okularauszug, Sucherfernrohr und vielleicht auch der Rechnung. Ohne letztere hätte ich Bedenken gegen einen Kauf. Hinsichtlich der Okulare gilt f/6 noch als unkritisch, f/5 als beginnend kritisch. Damit ist die Randunschärfe bei Okularen billiger Bauart gemeint. Bei schnellen Öffnungsverhältnissen trifft das Strahlenbündel deutlich gekrümmter auf das Okular als bei langsamen Öffnungsverhältnissen, was viele Okulare nicht gut abkönnen. Gerade für langbrennweitige Weitwinkelokulare, wie sie für einen Dobson wegen des permanenten Nachschubsens geradezu Pflicht sind, kann man locker das doppelte des Teleskoppreises ausgeben, wohlgemerkt für ein Okular. Das 30er ICS Wide wird an f/6 noch ganz gut gehen, an f/5 wohl nicht mehr.

Für den 10'' f/5 käme das TSWA 32 in Frage, sofern Du damit leben kannst, dass nur etwa 2/3 des Gesichtsfeldes scharf sind. Dafür ist dieses Okular ab 98 Euro zu haben, die High-End-Variante à la Nagler 31 mit guter Sternabbildung bis in die Ecken kostet um 600 Euro... Letztlich wirst Du, egal ob 8 oder 10'', deutlich mehr Geld in Okulare und Filter wie UHC oder OIII stecken, als das Teleskop ursprünglich gekostet hat. Als Beispiel mein eigener Okularbestand: Das schon erwähnte TSWA 32, das Speers Waler 14mm Weitwinkelokular für neu damals 150 Euro sowie das neue Speers Zoom 5-8 mm (ebenfalls Weitwinkel mit 84° scheinbarem Gesichtsfeld) für 250 Euro. Diese rund 500 Euro entsprechen ziemlich genau dem damaligen Preis für meinen 8'' Galaxy Dobson mit Pyrex-Hauptspiegel, Crayford-Okularauszug und 8x50 Sucherfernrohr mit 90° Einblick. Ich habe mich damals bewußt für die kleinere Öffnung, dafür jedoch für die bessere Ausstattung entschieden.

Du hast also die Qual der Wahl. :lol:
Gruß und CS

Volkmar
ubit
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Beitrag von ubit »

Hi,

yepp - Qual ist richtig *g*

Ich habe zwar auch schon gelegentlich durch ein Dobson geschaut, aber ich kann den Unterschied zwischen 8" und 10" nicht wirklich einschätzen.

Beobachtungen aus dem Garten würden eher in Richtung Sonnensystem (Planeten, Kometen) gehen.

Wegen den 1500 mm Brennweite habe ich den Verkäufer noch mal rückgefragt, warte aber noch auf Antwort. Das es einen Galaxy mit diesn Werten nicht gibt/gegeben hat macht mich auch stutzig. Ich tippe mal eher auf 1250 mm Brennweite und f/5.

Am Telefon machte er nicht den Eindruck als ob er wahnsinnig viel Ahnung vom Teleskop hat... Ich glaube nicht, dass er Fotos macht und mir zuschickt.

Ich könnte mir das Teil halt heute abend anschauen, schwanke aber noch ob es sich lohn die Strecke zu fahren.

Ciao, Udo
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Syrtis Major
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Beitrag von Syrtis Major »

Naja, zumindest ob die Rechnung noch da ist, wird er Dir doch wohl bestätigen können...
Gruß und CS

Volkmar
ubit
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Beitrag von ubit »

Mal schauen *g*
Telefonieren gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und offenbar auch nicht zu den Vorlieben des Verkäufers. Ich denke, ich werde mir das Teil auf jeden Fall mal anschauen.

Ciao, Udo
UlrichW
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Beitrag von UlrichW »

Hallo Udo,

was Volkmar so alles geschrieben hat stimmt im Grßen und Ganzen. Zur Gretchenfrage 8" oder 10" möchte ich einfcah mal meine Erafhrungen mit 8" und 10" herausarbeiten. Wie Du nicht wissen kannst, hatte ich 2 1/2 jahre einen ausgezeichneten 8"er (wie sich fatalerwiese immer wieder heraustellt) und nun seit gut einem Jahr einen 10"er.

Ich empfinde die Beobachtung mit dem 10"er einfacher, weil das Bild heller und Details besser erkennbar sind. ABER: Das gilt im Prinzip nur ab einem Sauerlandhimmel aufwärts! Bei Sonsbecker Himmel ist der Unterschied marginal. Dann zählen nur Transporteigenschaften für die Wahl der Spiegelgröße. Und ein 10er ist ein Mordsbrummer gegenüber dem zierlichen 8er.

Apropos Sonsbecker Himmel: Ich will mal mit dem Gerücht aufräumen, in Sonsbeck gäbe es einen 5.8er Himmel. Das mag gefühlt so sein wenn man aus den Lichtglocken der Rheinschiene kommt, aber es ist aufgrund der Himmelsaufhellung schlicht nicht möglich. Ich halte den Sonsbecker Himmel an Top-Nächten für max. 5.0-5.3, im Durchschnitt 4.5. In Moers wirst Du kaum über 4 kommen. Unter diesen Bedingungen spielt es keine Rolle on 8" oder 10".

AAAABER: Wehe Du fährst einmal in einer klaren Nacht in die Eifel oder ins Sauerland (dann bei knapp mag6). Dann bereust Du die 8" wenn neben Dir ein 10er steht! Der Unterschied ist nicht riesig, aber wert beachtet zu werden.

Die meisten Aussagen zu den verschiedenen Spiegelgrößen basieren auf "eben mal durchgeguckt". Entscheidend ist das Okular. Ich kann jeden 10er mit einem 8er Toppen, wenn am 10er ein hinterasiatisches Pseudoplössel hängt. Allerdings, hängt an dem 10er etwas Naglerlikes, nimmst Du den 8er als Sucher, krass ausgedrückt!

Das alles gilt immer unter der Berücksichtigung der Finanzierbarkeit. Ein 10er und keine Kohle für Okus ist genauso dämlich wie ein 6er und ein 30mm-Nagler.

Ich hatte meinen ersten 8er aus Finanzierbarkeitsgründen gekauft. Den 10 eigentlich auch, weil saubillig und wertig ausgestattet. Aber ich hätte wohl irgendwann sowieso zum 10er gewechselt, denn Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, gerade wenn es an Grenzbereiche geht!
Anders ausgedrückt: Je mehr Fläche desto besser sind Details auch im DeepSky-Bereich mit hoher Vergrößerung zu beobachten. Naja, ein 18er wäre wirklich schön....

Es ist übrigens umso erstaunlicher was wir für Ergebnisse in Sonsbeck erzielen. So hat mir mal Volkmar eine Galaxie gezeigt, von der ich nicht annahm, daß sie so gut im 8er rüberkommen würde. Allerdings passte in der Nacht auch alles. Derartiges Training, auch als Visueller, versetzt dich in die Lage eines Tages in den Alpen so richtig loszulegen. Also verstecken brauchen wir und nicht!


Apropos Okus, der vorgeschlagene BW-Clone, auch als Moonfish bekannt, ist meiner Meinung nach dem TS vorzuziehen, wenn man große Gesichtsfelder mag. Auch bei diesem Okular sind die äußeren 20-30% nicht wirklich perfekt (an einem F5) aber bei 80°-Gesichtsfeld macht das auch wieder nicht soviel aus. Preis um die 85Euro.

Was die generelle Okularwahl betrifft, wirst Du Dir sicher auf dem Acker so nach und nach ein eigenes Bild machen. Aber gerade wenn Geld eine wirklich ernstzunehmende Rolle spielt, sollte man sich die Okularwahl lieber dreimal als zweimal überlegen. Die Reese-Seite ist dafür perfekt geeignet was die preiswerten Okureihen betrifft.

So, genug gesabbelt.

CS
Ulrich


PS: Nicht zu feige für einen Tip: Wenn der 10er gut ist nimm den! Beim kleinsten Zweifel nimm den ICS.
Kein Stern ist so rund, daß ich ihn nicht eirig kriege und außerdem: schmutzig ist putzig!
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Syrtis Major
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Beitrag von Syrtis Major »

Hallo zusammen,

was Ulrich geschrieben hat, stimmt ebenfalls im Großen und Ganzen. Allerdings muß ich hinsichtlich der genannten Grenzgrößen Einspruch einlegen.

4m5 würde bedeuten, dass von den hinteren Kastensternen des Kleinen Wagens nur einer gerade so erkennbar wäre. Eine solche Nacht hatte ich in Sonsbeck noch nicht. Bei meinem letzten Ausflug dort unter ordentlichen Bedingungen war der 5m5 Stern neben Eta UMi mit indirektem Sehen zu erkennen. Und das war nicht die beste Nacht dort. Zwei bis drei Zehntel gehen in den besten Nächten IMHO zenithnah noch, dann ist allerdings Schluß. Bei mir zu Hause 2 km entfernt auf dem Acker gehen übrigens bis 5m0 +- ein paar Gequetschte, da kann Sonsbeck nicht schlechter sein.

Ein Wort noch zu diesem 30 mm Okular von ICS. Das ist wahrscheinlich kein Moonfish-Clone, denn das Moonfish hat 80° scheinbares Gesichtsfeld, das Teil von ICS lediglich 65°.
Gruß und CS

Volkmar
ubit
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Beitrag von ubit »

Hi zusammen,

ich hab's getan...
Es ist ein Galaxy D10 f/5 (natürlich *g*).
Kein Sucher.
Stattdessen Telrad.
Das ICS Justierokular - sieht aus wie eine halbe Filmdose mit Loch...
Ein 1,25" 25 mm Okular - vermutlich ein Plössl
Ein 1,25" 9 mm Okular - dito
Ein Mondfilter, 1,25" in freundlichem Grün *g*
Ein Justierlaser bei dem die Schraube zu weit reingedreht wurde, so dass er sich nicht mehr ausschalten lässt - nur durch Entfernung der Batterien...
Eine Staubschutzkappe.
Ein Blech für "vorne", vorbereitet zum Einbau eines PC-Lüfters.
Ein PC-Lüfter.
Eine Rockerbox bei der das Rollenlager ausgebaut und gegen 3 Teflonpads getauscht wurde, das Original Rollenlager liegt bei.
Dazu eine kopierte Bedienungsanleitung des Galaxy D8
Und der Originalkarton vom Tubus mit einigem Styropur drin, welches ziemlich bröselt...

Optischer Test muss noch erfolgen. Angesagt ist für heute Nacht noch leicht auflockernde Bewölkung - entsprechend steht das Teil jetzt auf der Terrasse zum auskühlen, und ich schaue alle 5 Minuten auf den Himmel *g*

Das Ganze für 300,- €. Finde ich - so die Optik einigermaßen ok ist - nicht überbezahlt.

Was jetzt noch unbedingt dazu soll ist ein WW mit großem Gesichtsfeld. 2" in der 100€-Preisklasse und mindestens 1 kurzes Okular (5 oder 6 mm) für Mond und Planeten. Eventuell auch noch ein 15 er.

Ciao, Udo (Einsteiger-Dobsonaut)
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Syrtis Major
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Beitrag von Syrtis Major »

Glühstrumpf! :D Okulare testen werden wir dann demnächst auf'm Berg. Könnte u.a. mit dem TSWA 32 und dem 15er Speers dienen.
Gruß und CS

Volkmar
ubit
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Beitrag von ubit »

Hi,

Yepp.. Wir brauchen SPECHTELWETTER *G*

Was mich natürlich nicht davon abgehalten hat heute schon etwas zu probieren. Das 25er ist übrigens ein 32er Plössl... passt auch irgendwie besser zur Optik...

Bisheriges Erkenntnisse bei 7/8 Bewölkung:

Keine Ahnung, was da für ein Okularauszug dran ist, aber für meine Gefühle läuft er butterweich. Irgendein Zahntrieb. Eine Feststellschraube für den Auszug gibt es auch.

Die Konterschrauben der Spiegelhalterung waren bombenfest angezogen - ich brauchte einen Schraubendreher und mächtig viel Kraft um sie zu lösen. Erwartungsgemäß verspannte das den Spiegel "etwas"...

Nachdem der Vorbesitzer mir schon gesagt hat, dass er den Justierlaser nur einmal gebraucht hat, war zu erwarten, dass die Optik alles andere als perfekt justiert war.... Was sich auch beim Blick auf die Sterne in den Wolkenlücken zeigte...

Konterschrauben gelöst. Justierlaser ins Okular. Fangspiegel eingestellt, so dass der Laser in den aufgeklebten Lochverstärkungsring zielt. Hauptspiegel eingestellt. Konterschrauben sanft per Hand angezogen.

Jetzt schaut das schon viel besser aus *g* Ich bin durchaus zufrieden. Den Telrad habe ich natürlich auch gleich ausgerichtet - an einer entfernten Straßenlaterne.

Dann endlich: Freie Sicht auf 17P/Holmes... Beeindruckend. Deutlich erkennbar, dass er einseitig scharf begrenzt ist und an der Gegenseite Ansätze eines Schweifs zeigt und total verwaschen wirkt.

Mars gab's auch. Leider für mich eher enttäuschend. Der ist in dem Rohr so hell, dass ich keinerlei Details erkennen konnte. Aber da fehlt mir vielleicht auch noch die Übung und das passende Okular. 9 mm zeigten den Planeten zwar schon etwas wabbernd (dank Seeing), aber da ist noch jede Menge Luft nach oben. Etwas mehr als die jetzigen 140fach sollte der Spiegel schon bringen, oder?

Die genaue Beurteilung des Dobsons (der noch gar keinen Namen hat...) dürfen dann die "Profis" unter Euch in Sonsbeck machen. Aber ich bin bislang mit den Ergebnissen recht zufrieden. Die Sterne wirken durchs Okular kleiner als mit bloßem Auge. Bei helleren Sternen sehe ich die Fangspiegelstreben - was ja beim Newton wohl normal ist.

Was mich sehr erstaunt hat: Mit einem solchen Rohr kann man sogar durch die Wolken sehen! Wenn ich unbewaffneten Auges schon nur noch Wolken sehe, sehe ich im Okular immer noch Sterne.

Jedenfalls bin ich im Moment ziemlich zufrieden mit mir und hasse den Wetterbericht der nächsten Tage...

Ciao, Udo
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