Hi Leute,
In der ursprünglichen Bedeutung ist ein apochromatisches Linsensystem so berechnet, dass die Schnittweite für drei Wellenlängen (Farben) im sichtbaren Bereich übereinstimmt, während beim einfacheren Achromaten die Übereinstimmung für nur zwei Wellenlängen gefordert ist.
Sorry, aber typisxche Wikipedia-Definition. Messtechnisch kann nachgewiesen werden, daß es keine einzige Optik auf der Welt gibt, bei der drei Wellenlängen des sichtbaren Lichtes übereinstimmen, es sei denn 522,523 und 524nm bei total dejustiertem Messgerät....gacker!
Tatsächlich weichen die Foklallagen immer ab, die Frage ist nur wieweit? Folglich gibt es gar keine APOs......hihihi
Vergesst doch einfach mal die ganzen Diskussione betreffs der Definitionen "Apochromatisch". Man kann das Ganze nämlich schmerzfreier und entspannter sehen:
1: Wer APO unbedingt braucht, so wegen Ego und Konsorten, kann sich gerne auf jeden Farbwerfer ein APO-Schild kleben und eine Definition dafür erfinden.
2. apochromatisch heist frei übersetzt, wie Werner richtig zitierte: farbbfrei. Und farbfrei ist eine Optik nur dann, wenn sämtliche Farben im Beugungsscheibchen zu liegen kommen. Die drei möglichst weit auseinander liegenden zu messenden Farben ( also blau, grün, rot und nicht hellblau mittelblau und dunkelblau) müssen ihre Fokallagen also im Bereich der Tiefenschärfe haben und sich nur soweit unterscheiden, daß ihre max. Abweichung kleiner als das theoretische Beugungsscheibchen ist. Damit haben nicht zwei, nicht drei, sondern ALLE Farben des Spektrums ein Beugungsscheibchen, daß kleiner oder gleich dem überlagerden Beugungsscheibchen des gesamten Spektrums ist.
Nur dann (Rohr'sche RC-Zahl <<1) verschwinden alle Farbfehler im Beugungsscheibchen.
D.h. aber auch, daß ein APO nie Farbe zeigen darf, weder beim intra- noch beim extrafokalen Bild. Alles Andere ist eine Definitiongurkerrei, frei nach dem Motto: Jeder APO seine Definition.
Die häufig verwendete Definition von Thomas Back (kaputt) ist also auch nichts weiter als der Versuch für die nicht perfekten Optiken eine Definition zu finden. Warum nicht einfach sagen: Es ist kein perfekter APO, aber man kann es nur messtechnisch nachweisen. Naja, weil dann wieder jeder den perfekten Omegon-APO für 199 Euro kauft....
Der Begriff APO ist nach meiner Meinung ziemlich aufgeweicht worden, ähnlich der Hirne der Kunden.
Aufgeweicht in dem Sinne, als das jeder Hersteller der es schafft die Sterne nicht kunterbunt erscheinen zu lassen, sofort APO dran schreibt und sich dann eine der zahlreichen Definitionen dazu herausssucht. Es ist aber leider auch wahr, daß der "Trottel Kunde" kein Teleskop mehr kauft, an dem nicht APO steht. Egal ob das Biest bei einem 4"-Seeing blaue Ränder um helle Sterne zeigt oder nicht.
Wie sind also die verschiedenen Teleskope zu bewerten?
Ein wirklicher APO zeigt bei jedem Seeing, jeder Belichtungszeit und jedem Himmel farblose Sternränder. Ist das nicht so, ist es kein APO, sondern ein sehr sehr guter Halb-APO.
Ein ED- bzw. Halb-Apo kann durchaus apochromatisch abbilden. Nämlich genau dann, wenn das Seeing die Farbfehler schluckt. Ob der intra- oder extrafokal bunt ist, juckt keine Sau, denn wer bitte schön belichtet intrafokal????
Bei unserem Seeing in D, also bis max. 2-3 Bogensek. zeigt ein ED aus dem Hause Skywatcher keine Farbränder, bildet also quasi apochromatisch ab. Unter Grenzbedingungen, also Seeing <2 Bogensekunden zeigt er richtig fokussiert einen deutlichen roten Farbsaum. Ganz leicht (einen Hauch) defokussiert wird der Farbsaum magentafarben und auf rot fokussiert wird er blau. Das ist das Charakteristikum der Syntha-ED's. Aber wann haben wir Grenzbedingungen?????
Mir ist es bisher nur einmal passiert, daß ich Farbkringel um Sterne hatte, wobei ich den Fokussierfehler nicht ausschließen kann.
Die Entscheidung einen Hochpreis-APO zu kaufen muss also von anderen Dingen abhängen wie Unabhängigkeit von der exakten Fokusposition, kleinere Sternabbildung und klarere Bilddefinition wegen qualitativ besserer Objektive incl. der Justierbarkeit usw. usw.
Gerade der letzte Punkt, die Justierbarkeit der Objektive, ist einer der ganz großen Schwachpunkte der Syntha-EDs. Bisher zeigte jeder ED den ich gesehen habe eine Verkippung der Hauptachse zur Tubusachse...Eiersterne in den Ecken. Visuell ist das nicht sichtbar, aber fotografisch störend, allerdings auch wieder nur, wenn man mit großen Chips fotografiert und Reducer ansetzt (DSLR). Das liegt daran, weil die Objektivfassung auf den Tubus aufgeschraubt ist und damit eine Verkippung um die Steigung des Gewindes erfährt. Ärgerlich, aber wahr!
Nun muss jeder selbst entscheiden, was ihm wieviel Geld wert ist. Nur eines ist klar: Zum Preis eines 10.tel Tak kann es keinen Vollapo geben.
Wenn man mich also fragen würde, was ich mir denn kaufen würde, käme ich deutlich ins strudeln. Zum Einen wäre mir die Ausgabe von wenigstens 2000 Euro mit vergleichbarem fotografischen Ergebnis einfach zuviel. Andererseits sind die Syntha-EDs weit entfernt von perfekt, gerade mechanisch! HEUTE würde ich mich gegen einen Vollapo entscheiden, denn ich habe bisher noch kein Bild aus unserer Region (D und ALPEN) gesehen, daß ich nicht mit dem ED's auch machen könnte. Hätte ich aber das Geld so einfach über, dann wäre die Entscheidung schwieriger, denn ich glaube daß TAK nicht mehr unangefochten da steht und da stehen wird. Aber eines passiert garantiert nicht: ein TAK auf ner EQ-6, passt irgendwie nicht. Und mit einer DSLR durch nen TAK fotografieren ist auch irgendwie Verschwendung der Auflösungsfähigkeit des TAK. Es muss immer passen...und dann passt leider nur der begriff "teuer".
Zusammenfassung: Thomas und meine Syntha-EDs sind Halbapos, die durch einen zusätzlichen Glasweg (Reducer, Flattener, Vollprisma) noch deutlich gewinnen. Matthias sein TAK ist auch NUR ein ED-Refraktor. Allerdings ein so guter, daß seine optischen Daten in den Bereich eines APOs fallen. Ob er noch Restchromasie im intra- bzw. extrafokalen Bereich zeigt weis ich nicht, ich würde es aber vermuten, da mit nur 2 Linsen keine vollständige Korrektur bei den heute bekannten Gläsern möglich ist. Aber eines weis ich: gerade der TAK semmelt so ziemlich jeden Dreilinser weg.
Leider kann man bei dem TAK innerhalb des Beugungsscheibchens noch einen Farbfehler messtechnisch nachweisen....
CS
Ulrich
Kein Stern ist so rund, daß ich ihn nicht eirig kriege und außerdem: schmutzig ist putzig!